Gefährdungsanalyse bzgl. Mikrobiologie im KSS

Biozidfreier KSS vs. biozidhaltigen KSS

Das Oemeta-Portfolio hat sich, aufgrund der Marktanforderungen, sowie vor dem Hintergrund von CLP-Verordnung, REACH sowie Biozid-Verordnung, in den vergangenen Jahren um biozidfreie Produkte erweitert. Mit dem Einsatz von biozidfreien Kühlschmierstoffen sollen die aktuellen Anforderungen an den Arbeitsschutz berücksichtigt werden.

Im Rahmen des Arbeitsschutzes muss bei einer kundenseitig durchzuführenden Gefährdungsbeurteilung das Gefährdungspotential durch Keimwachstum eingeschätzt werden. (Siehe DGUV 209-051 sowie § 3, Absatz (1) BioStoffV)

Im Zusammenhang mit biozidfreien KSS kann es somit zu folgender Fragestellungen kommen:

Besteht, im Vergleich zu biozidhaltigen KSS, in biozidfreien KSS ein erhöhtes Potential der Entwicklung von pathogenen Keimen die laut BioStoffV den Risikogruppen 3 und 4 zuzuordnen sind?


Um dieser Fragestellung nachzugehen wurde in Zusammenarbeit mit dem akkreditierten Medizinaluntersuchungsamt & Hygiene des Uni-Klinikums in Kiel (UKSH) eine vergleichende Studie von biozidfreien und biozidhaltigen Kühlschmierstoffen durchgeführt. Im abschließenden Gutachten wird vor dem Hintergrund einer Gefährdungsanalyse folgendes Fazit gezogen:

Sowohl in den biozidhaltigen als auch in den biozidfreien KSS wurden Mikroorganismen nachgewiesen, die laut TRBA 466 zur Risikogruppe 1 und 2 gehören [...]. Bei den nachgewiesenen Mikroorganismen handelt es sich um Umweltflora, vorwiegend sogenannte „Feuchtkeime“, die in wasserführenden Systemen häufig nachgewiesen werden. […]

Dem Gutachten lässt sich entnehmen, dass in Bezug auf die Risikogruppen der identifizierten Keime, kein höheres Gefährdungspotential beim Umgang mit biozidfreien KSS gegenüber einem biozidhaltigen KSS besteht. Es handelt sich in beiden Fällen um ubiquitäre (weit verbreitete) Umweltflora mit sogenannten „Feuchtkeimen“, die den Risikogruppen 1 & 2 zugeordnet werden können.
Auch für biozidfreie KSS gilt somit unterschiedslos: Bei Tätigkeiten mit mikrobiell besiedelten wassergemischten KSS handelt es sich um nicht gezielte Tätigkeiten mit Biostoffen ohne Schutzstufenzuordnung (DGUV 209-051).

Für den Anwender bedeutet dies, dass biozidfreie Kühlschmierstoffe bei verbessertem Arbeitsschutz in Bezug auf Humanverträglichkeit keinerlei Nachteile, hinsichtlich der Gefährdung durch Keimwachstum, mit sich bringen.