Neueinstufung Mineralöl in der EU

Symbol und Signalwort Gefahr GHS08

Einige Mineralölprodukte können schwere Gesundheitsschäden verursachen, wenn sie versehentlich getrunken werden. Bereits kleinste Mengen können aufgrund ihrer niedrigen Viskosität (Dünnflüssigkeit) in die Atemwege und in die Lunge gelangen. Dort lösen sie chemisch bedingte Lungenentzündungen, sogenannte Aspirationspneumonien, aus.

Für die Einstufung solcher Mineralöle (laut der CLP-Verordnung1 für alle Kohlenwasserstoffe) lag die Viskositätsgrenze bis zum 01.12.2010 bei 7 mm2/s. Mineralöle oder Mineralölzubereitungen unterhalb dieses Wertes mussten mit dem Risikosatz R65 „gesundheitsschädlich, kann beim Verschlucken Lungenschäden verursachen” gekennzeichnet werden. Die Viskositätsgrenze ist von 7 mm2/s auf 20,5 mm2/s im Rahmen der CLP-Verordnung erhöht worden, wodurch mehr Produkte der Einstufung unterliegen als zuvor.

Die neue Viskositätsgrenze gilt ab Inkrafttreten der CLP-Verordnung. Somit müssen Stoffe seit dem 01.12.2010 gemäß Tabelle 1 eingestuft und gekennzeichnet werden, Gemische ab dem 01.06.2015.

Ein Gemisch, das insgesamt mindestens 10 % eines Stoffes enthält, der in die Kategorie 1 eingestuft wurde, und das eine bei 40°C gemessene kinematische Viskosität kleiner als 20,5 mm2/s aufweist, ist selbst in die Kategorie 1 einzustufen.

EinstufungKategorie 1
GHS2-PiktogrammGHS 08
SignalwortGefahr
GefahrenhinweisH304: Kann bei Verschlucken und Eindringen in die Atemwege tödlich sein.

Esteröl-basierte Produkte sind von dieser Einstufung nicht betroffen.

1 1272/2008/EC (CLP-Verordnung); Anhang I „VORSCHRIFTEN FÜR DIE EINSTUFUNG UND KENNZEICH-NUNG VON GEFÄHRLICHEN STOFFEN UND GEMISCHEN“; TEIL 3 Gesundheitsgefahren

  • 3.10.2 Einstufungskriterien für Stoffe
  • 3.10.3 Einstufungskriterien für Gemische

2 GHS: Global Harmonized System. Das GHS ist eine Globale Rechtsvorschrift, die in der EU durch die CLP-Verordnung umgesetzt wird.