VKIS-VSI-IGM-Stoffliste

Die VKIS-VSI-IGM-Stoffliste enthält die Stoffe, welche in Kühlschmierstoffen von den Herstellern verwendet werden sollten bzw. nicht verwendet werden dürfen oder welche deklarationspflichtig sind. Diese Stoffliste wird regelmäßig vom Verbraucherkreis Industrieschmierstoffe (VKIS), dem Verband Schmierstoffindustrie e.V. (VSI) und der IG Metall (IGM) unter Mithilfe der Berufsgenossenschaft Holz und Metall überarbeitet.

Diese Stoffliste hat das Ziel, einen umwelt-und arbeitsschutzgerechten und prozessorientierten Umgang mit Stoffen und Zubereitungen zu unterstützen. Sie ergänzt die VKIS-Daten- und Prüfblätter und weist auf die Verantwortung der Lieferanten und Verbraucher hin, geltende Gesetze, Verordnungen und Regelwerke einzuhalten.

Diese Stoffliste beinhaltet spezifische Anforderungen für die folgenden Zubereitungen nach DIN 51385:

  • Wassermischbare (wm) und wassergemischte (wg) Kühlschmierstoffe
  • Nichtwassermischbare (nw) Kühlschmierstoffe und sinngemäß für
  • Zusatzstoffe, die dem Kühlschmierstoff vor und während eines Einsatzes zugesetzt werden. Dazu zählen zum Beispiel Entschäumer, Biozide (zur Vor- und Nachkonservierung), Desinfektionsreiniger, Stabilisatoren, Emulgatoren, Korrosionsschutzzusätze, Hochdruckzusätze.

Kühlschmierstoffe enthalten in der Regel mehrere Einzelstoffe und sind „Gemische“ im Sinne der EG-Verordnung über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen 1272/2008. Deshalb müssen für Kühlschmierstoffe die EG-Sicherheitsdatenblätter zur Verfügung gestellt werden.

Neben der Einstufung und Kennzeichnung wird das EG-Sicherheitsdatenblatt für die Gefährdungsbeurteilung zur Verbesserung des Arbeitsschutzes beitragen. Vor allem für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) werden

  • das Technische Merkblatt
  • das EG-Sicherheitsdatenblatt und
  • die VKIS-VSI-IGM-Stoffliste

die Grundlage für Arbeitsschutzmaßnahmen darstellen.

Die entsprechenden Abteilungen im KSS-Anwenderbetrieb sollten bei jeder Bemusterung eines neuen KSS o.g. Datenblätter erhalten. Die neue EG-CLP-Verordnung (Classification, Labeling & Packaging = Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung) zur Umsetzung von GHS (Globally Harmonized System) ist am 20. Januar 2009 in Kraft getreten. Für Stoffe ist sie seit dem 01.12.2010 anzuwenden, für Gemische wird sie ab dem 01.06.2015 anzuwenden sein.

In GHS werden einige Einstufungsgrenzen und Piktogramme geändert, R-Sätze werden durch H-Sätze („hazard“) und S-Sätze durch P-Sätze („precautionary“) ersetzt. Falls sich während der Übergangszeit vom 01.12.2010 bis 31.05.2015 Diskrepanzen in Einstufung und Kennzeichnung ergeben, sind die Angaben des Sicherheitsdatenblattes maßgeblich.

Praxisnahe Umgangsregeln vermittelt die BGR/GUV-R143. Die Aktualität dieser Stoffliste wird vom Arbeitskreis VKIS/VSI/IGM unter Moderation des Fachbereiches Holz und Metall (FBHM) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) jährlich überprüft, und die Liste wird bei Bedarf überarbeitet.

Es ist ab der 11. Auflage auch eine aktuelle englische Übersetzung verfügbar. Maßgeblich bleiben jedoch die Inhalte der deutschsprachigen Version.

Die jeweils aktuelle Version der Liste finden Sie unter: